Der EU AI Act ist seit August 2024 in Kraft und schafft erstmals einen europaweit einheitlichen Rechtsrahmen für KI-Systeme. Zwar greifen viele Detailpflichten schrittweise, eine zentrale Vorgabe gilt jedoch bereits: Unternehmen müssen sicherstellen, dass Mitarbeitende, die KI-Systeme nutzen oder einsetzen, über KI-Kompetenz verfügen. Gemeint ist keine formale Zertifizierung, sondern eine rollenadäquate AI Literacy – also ein grundlegendes und nachweisbares Verständnis von Funktionsweise, Risiken und rechtssicherer Anwendung.
Risiko und Verantwortung
Für die Bau- und Immobilienwirtschaft ist dieser Rahmen besonders relevant, da KI-gestützte Systeme zunehmend Entscheidungen mit hoher wirtschaftlicher Tragweite beeinflussen – etwa bei Investitionen, Bewertungen oder im laufenden Betrieb von Immobilien. Der EU AI Act folgt einem risikobasierten Ansatz: Je höher das potenzielle Risiko eines Systems, desto strenger die Anforderungen. Europa betont dabei Transparenz, Datenschutz und menschliche Kontrolle – Aspekte mit wachsender strategischer Bedeutung.
Datenklarheit als Wettbewerbsvorteil
Ein zentraler Punkt bleibt der Umgang mit Daten. Bau- und Immobiliendaten sind sensibel, wirtschaftlich wertvoll und häufig personenbezogen. Der EU AI Act schärft das Bewusstsein dafür, dass nicht jede technisch mögliche Nutzung auch rechtlich zulässig ist. Wie Alexandra Ciarnau, Rechtsanwältin bei DORDA Rechtsanwälte, festhält: „Rechtliche Klarheit ist Voraussetzung für den verantwortungsvollen Einsatz von KI-Systemen. Der EU AI Act sieht dabei jedoch nicht pauschal Verbote vor, sondern vielmehr einen Ordnungsrahmen für Vertrauen.“ Wer jetzt damit beginnt, einen angstfreien, aber verantwortungsvollen Umgang mit KI in Unternehmen zu etablieren, hat ganz klar Wettbewerbsvorteile – denn die Entwicklung gänzlich neuer Arbeitsweisen ist – über alle Branchen hinweg – unaufhaltsam.
Autor: Steffen Robbi, GF Digital Findet Stadt
Erstveröffentlichung im Immobilien Magazin
Der Basiskurs: KI-Anwender:in (Modul 1) vermittelt in vier Einheiten einen praxisnahen Überblick zur Anwendung von künstlicher Intelligenz, rechtlichen Rahmenbedingungen und praktischer Anwendung – von der Unterscheidung zur Automatisierung über den EU AI Act bis hin zum effizienten Prompten mit Tools wie ChatGPT, Copilot oder Midjourney – und bietet mit einem Spezialisierungsmodul Raum für individuelle Vertiefung. Mit der Teilnahme wird der Nachweis über die Erfüllung der Weiterbildungspflichten gemäß EU AI Act (gültig seit 2. Februar 2025) erbracht. Mehr Info
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