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Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen – OIB-Richtlinie 7

Kreislauffähiges Planen und Bauen - Bauweisen, Bautechnik © adobe-stock.com

Mit der Ausarbeitung der OIB-Richtlinie 7 „Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen“ (derzeit im Entwurf) werden die Grundanforderungen an Gebäude um eine fundamentale Dimension erweitert. Ziel ist unter anderem die rechtliche Verankerung der europäischen Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD 2024/1275) und der neuen EU-Bauprodukteverordnung (CPR 2024/3110). Für Planungs- und Bauunternehmen markiert die OIB-RL 7 den schrittweisen Übergang von der reinen Energieeffizienz im Betrieb hin zur ganzheitlichen Bewertung des Lebenszyklus-Treibhauspotenzials (GWP) über einen festen Betrachtungszeitraum von 50 Jahren.

Was die OIB-Richtlinie 7 für die Praxis bedeutet

Was bedeutet das konkret? Künftig muss das Treibhauspotenzial von Neubauten verpflichtend über den gesamten Lebenszyklus ausgewiesen werden. Dies reicht von der Herstellung (A1–A3) über die Errichtung (A4–A5), Nutzung und Austausch (B1–B4), Energiebedarf im Betrieb (B6) bis hin zu Rückbau und Entsorgung (C1–C4) sowie Potenzialen jenseits der Systemgrenze (D). Bilanziert wird das gesamte Gebäude inklusive der Haustechnik mit Bezug auf die konditionierte Bruttogrundfläche.

Für die Berechnungen kommen künftig Primärdaten, wie Umweltproduktdeklarationen (EPDs), oder die offizielle OIB-GWP-Datenliste für generische Werte zur Anwendung. Langlebige Konstruktionen, der Einsatz wiederverwendeter Bauteile und biogene Kohlenstoffspeicherkönnen sich positiv auf die Ökobilanz auswirken.

Kreislauffähigkeit über den gesamten Gebäudelebenszyklus

Der Zirkularitätsfaktor (ZiFa) Wien schlägt die Brücke zur Praxis für Themen wie echte Kreislauffähigkeit, die im begleitenden OIB-Leitfaden in eher unverbindliche Orientierungshilfen verlagert sind. Diese thematische Nähe erleichtert es Planungsbüros, die Ziele des Leitfadens und das Bewertungssystem des ZiFa parallel zu denken. Beide orientieren sich dabei an denselben zentralen Handlungsfeldern der Kreislaufwirtschaft entlang des Gebäudelebenszyklus:  

  • Pre-Use-Phase – Ressourcen schonen: Fokus auf den Umgang mit dem Standort und Bestand sowie den optimierten Einsatz von Sekundär- und Primärressourcen.
  • Use-Phase – Nutzung verlängern: Betrachtung von Nutzungsmehrwert, Nutzungsflexibilität, Langlebigkeit der Bauteile sowie dem laufenden Ressourcenbedarf und der Instandhaltung.
  • Post-Use-Phase – Kreisläufe schließen: Bewertung von Rückbaupotenzial und gezielten Strategien zur Ressourcenrückgewinnung am Ende der Lebensdauer.    

Welche Anforderungen ab 2027 auf die Baubranche zukommen

Für Planende bedeutet diese normative Entwicklung eine absehbare Umstellung im Workflow, bei der die Ökobilanzierung schrittweise zum Standard wird. Entscheidend für die Praxis ist hierbei der konkrete zeitliche Ausblick auf die stufenweise Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie.

Demnach muss bis zum 1. Jänner 2027 zunächst ein Fahrplan zur Einführung von Grenzwerten für das Lebenszyklus-Treibhauspotenzial vorliegen. Das Lebenszyklus-Treibhauspotenzial muss ab 2028 für neue Gebäude mit einer Fläche von mehr als 1.000 m² und ab 2030 für alle neuen Gebäude berechnet und im Energieausweis ausgewiesen werden.

Kreislauffähiges Bauen in der Praxis

Wie lassen sich Ressourcen schonen und Materialien möglichst lange im Kreislauf halten? Im Seminar „Kreislauffähiges Bauen – Bauweisen, Bautechnik“ der Digitalakademie zeigt Thomas Romm, worauf es bei der Planung und Umsetzung ankommt. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit vorhandenen Ressourcen, kreislauffähige Baustellenlogistik und verwertungsorientierter Rückbau.

Mehr zum Seminar der Digitalakademie

Architekt DI Thomas Matthias Romm - forschen planen bauen ZT 

Autor: Thomas Romm, Initiator von BauKarussell, Gründer und Geschäftsführer von forschen planen bauen ZT und Vortragender der Digitalakademie

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